120.000 kWh Energie pro Jahr
EBÄKO spart mit intelligenter Kälteanlagen-steuerung in Lebensmittellagern rund
120.000 kWh Energie pro Jahr
Projektsteckbrief
Ausgangslage
- 3 TK-Räume an 2 Standorten
- Klassische Energieeffizienzmaßnahmen waren bereits umgesetzt (Luftschleier, Bedarfsabtauung, energieeffiziente Regelungstechnik)
Maßnahmenpaket
- KI-gestützte Abtauung
- Kopplung PV- und Kälteanlage
- Energie-Monitoring über Energiezähler
Ergebnisse der Maßnahmen
- 120.786 kWh weniger Energieeinsatz pro Jahr
- 48,4 Tonnen weniger CO2 pro Jahr
- Steigerung der Temperaturstabilität um 90 Prozent
- 9.301 kWh PV-Überschuss für Abtauung und Kältespeicherung genutzt
Wie lassen sich die EBÄKO-Kühlräume effizienter betreiben?
Ausgangspunkt: Modern ausgestattete TK-Lager
Braunschweig:
Am Standort Braunschweig betreibt die EBÄKO ein 590 m² großes Tiefkühllager, das über eine Zufahrt mit Schnelllauf-Toren verfügt; Luftschleier sorgen für zusätzliche Energieeffizienz. Das TK-Lager ist mit einer R449A-Kälteanlage (Kälteleistung: 98,8 kW) und vier Verdampfern ausgestattet. Vor Implementierung der Coldsense-Technologie setzte die EBÄKO bereits auf eine energieoptimierte Abtaumethode, die so genannte Bedarfsabtauung: Über Temperaturfühler am Verdampfer wurden die per Zeitschaltuhr gesteuerten Abtauzyklen verkürzt oder übersprungen. Abgetaut wird per Heißgas. Der jährliche Stromverbrauch des TK-Lagers betrug vor Projektbeginn 135.000 kWh.
Oldenburg
Der Lagerbereich in Oldenburg ist 1.200 m² groß. Die R404a-Anlage, die 2023 mit einem neuen, energiesparenden Verbundregler ausgestattet wurde, erreicht eine Kälteleistung von insgesamt 180 kW; in den beiden TK-Lagern befinden sich in Summe neun Verdampfer. Die Abtauung wurde vormals per Zeitschaltuhr gesteuert. Der jährliche Stromverbrauch lag vor Projektbeginn bei 510.000 kWh.
Die Lösung: KI-gestützte Kältesteuerung aus mehreren Modulen
Intelligente Abtauung
Clevere Nutzung von Sonnenstrom
Um den Eigenstrom der PV-Anlagen optimal zu nutzen, setzte die EBÄKO im zweiten Schritt die von Coldsense empfohlene Kopplung mit den Kälteanlagen um. Überschüssige Energie der PV-Anlagen verwendet die EBÄKO nun für energieintensive Abtauungen oder speichern diese in Form von Kälte in den Kühlräumen. Die TK-Lager sind dann kühler als sie sein müssten, sodass die Kälteanlage für mehrere Stunden abgeschaltet werden kann.
Ganzheitliche Energie-Betrachtung
Weiterer Baustein der Coldsense-Lösung: die Integration von Energiezählern, mit denen die EBÄKO ein transparentes Energiemanagementsystem aufbauen und den Energieverbrauch weiter optimieren kann. „Wir werden unsere Arbeitsprozesse überdenken – beispielsweise auch die Türöffnungszeiten unserer Kühlbereiche. Uns war vorher gar nicht bewusst, wie oft und wie lange die Tore tatsächlich offenstehen. Das hat ein enormes Energieeinsparpotenzial sichtbar gemacht, das wir jetzt gezielt angehen können“, erläutert Matthias Bantel.
Ergebnisse der Maßnahmen
Energiekosten drastisch gesenkt:
Höhere Temperaturstabilität
Ausblick
Einbindung der LKW-Anlieferung in die Kälteanlagensteuerung
Wenn bei EBÄKO kurz nach Mitternacht mehr als 10 LKW den Warenumschlag in den Lagern auslösen, sollte die Kälteanlage präventiv auf diese logistische Herausforderung reagieren. Hierfür hat Coldsense ein Modul zur bedarfsorientierten Vorkühlung entwickelt: Die Kälteanlage senkt vor Eintreffen der LKW die Temperatur im Kühlbereich, um die Verluste durch Öffnungen der LKW-Portale zu reduzieren und Lastspitzen der Kälteanlage durch simultan andockende LKW zu vermeiden. Das Modul wird am EBÄKO Standort Braunschweig bis Mitte 2026 umgesetzt.

