EBÄKO spart mit intelligenter Kälteanlagen-steuerung in Lebensmittellagern rund
120.000 kWh Energie pro Jahr

EBÄKO spart mit intelligenter Kälteanlagen-steuerung in Lebensmittellagern rund
120.000 kWh Energie pro Jahr

Die EBÄKO vertraut an den deutschen Standorten Braunschweig und Oldenburg auf die Expertise von Coldsense: Durch die KI-gestützte Anpassung der Abtauprozesse an die Betriebsabläufe reduzierte sich der Energieverbrauch der TK-Lager um 17 Prozent. Zusätzlich vernetzte Coldsense PV- und Kältetechnik zu einem smarten Gesamtsystem, das die Energiekosten weiter senkt.
coldsense ebaeko website

Projektsteckbrief

Ausgangslage
  • 3 TK-Räume an 2 Standorten
  • Klassische Energieeffizienzmaßnahmen waren bereits umgesetzt (Luftschleier, Bedarfsabtauung, energieeffiziente Regelungstechnik)
Maßnahmenpaket
  • KI-gestützte Abtauung
  • Kopplung PV- und Kälteanlage
  • Energie-Monitoring über Energiezähler
Ergebnisse der Maßnahmen
  • 120.786 kWh weniger Energieeinsatz pro Jahr
  • 48,4 Tonnen weniger CO2 pro Jahr
  • Steigerung der Temperaturstabilität um 90 Prozent
  • 9.301 kWh PV-Überschuss für Abtauung und Kältespeicherung genutzt

Wie lassen sich die EBÄKO-Kühlräume effizienter betreiben?

Der genossenschaftlich organisierte Lebensmittelgroßhändler EBÄKO sieht sich als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und sucht systematisch nach Lösungen für mehr Energieeffizienz – dies unterstreicht auch die kürzlich durchgeführte Zertifizierung nach ISO 50001. Die energetischen Verbesserungen dürfen sich allerdings nicht negativ auf die im Lebensmittelgroßhandel geforderten Qualitätsstandards nach IFS Food und die Liefersicherheit auswirken.

Ausgangspunkt: Modern ausgestattete TK-Lager

Braunschweig:

Am Standort Braunschweig betreibt die EBÄKO ein 590 m² großes Tiefkühllager, das über eine Zufahrt mit Schnelllauf-Toren verfügt; Luftschleier sorgen für zusätzliche Energieeffizienz. Das TK-Lager ist mit einer R449A-Kälteanlage (Kälteleistung: 98,8 kW) und vier Verdampfern ausgestattet. Vor Implementierung der Coldsense-Technologie setzte die EBÄKO bereits auf eine energieoptimierte Abtaumethode, die so genannte Bedarfsabtauung: Über Temperaturfühler am Verdampfer wurden die per Zeitschaltuhr gesteuerten Abtauzyklen verkürzt oder übersprungen. Abgetaut wird per Heißgas. Der jährliche Stromverbrauch des TK-Lagers betrug vor Projektbeginn 135.000 kWh.

Oldenburg

Der Lagerbereich in Oldenburg ist 1.200 m² groß. Die R404a-Anlage, die 2023 mit einem neuen, energiesparenden Verbundregler ausgestattet wurde, erreicht eine Kälteleistung von insgesamt 180 kW; in den beiden TK-Lagern befinden sich in Summe neun Verdampfer. Die Abtauung wurde vormals per Zeitschaltuhr gesteuert. Der jährliche Stromverbrauch lag vor Projektbeginn bei 510.000 kWh.

Die Lösung: KI-gestützte Kältesteuerung aus mehreren Modulen

Das Team von Coldsense führte eine vollumfängliche Energieberatung durch, die durch eine Vernetzung von Daten und Energieflüssen enorme Energiesparpotenziale aufzeigte. Coldsense empfahl der EBÄKO neben einer optimierten Abtauung auch die Nutzung von PV-Strom für Kühlprozesse sowie die Installation von Energiezählern zur ganzheitlichen Betrachtung der Standorte.

Intelligente Abtauung

„Uns war natürlich vorher schon bewusst, dass unsere Kältetechnik standortübergreifend unser größter Energiefresser ist. Wir hatten jedoch nicht geahnt, wie hoch der Energieeinsatz für Abtauprozesse ist – und wie einfach man diesen und die damit verbundenen Kosten reduzieren kann.“
Matthias Bantel

Bäckereitechnologe und Energiebeauftragter der EBÄKO eG

„Coldsense machte uns auf unsere energieintensiven Abtauprozesse in den Kühlräumen aufmerksam – ein bislang unentdeckter Hebel, da wir die Kühlräume ja bereits energetisch optimiert hatten“, berichtet Matthias Bantel, Betriebsberater und Energiebeauftragter bei der EBÄKO. Mit der KI-basierten Abtaulösung von Coldsense erfolgt die Abtauung der TK-Lager nun nicht mehr nach Zeitplan, sondern streng orientiert am tatsächlichen Betriebszustand. Hierfür vernetzt Coldsense Sensoren, Daten und KI zu einem intelligenten System, das den gesamten Kühlraum in Echtzeit überwacht – Temperatur, Vereisung, Energieflüsse und Nutzerverhalten. Einzigartig sind die dabei eingesetzten Eissensoren – eine Eigenentwicklung: Im Gegensatz zum Temperaturfühler ermöglicht der Hightech-Sensor eine direkte Detektion von Rau-, Misch- und Klareis am Verdampfer der Kälteanlage. So lässt sich sowohl der Beginn als auch die Länge jedes Abtauvorgangs exakt steuern.
abtauen verlauf

Clevere Nutzung von Sonnenstrom

Um den Eigenstrom der PV-Anlagen optimal zu nutzen, setzte die EBÄKO im zweiten Schritt die von Coldsense empfohlene Kopplung mit den Kälteanlagen um. Überschüssige Energie der PV-Anlagen verwendet die EBÄKO nun für energieintensive Abtauungen oder speichern diese in Form von Kälte in den Kühlräumen. Die TK-Lager sind dann kühler als sie sein müssten, sodass die Kälteanlage für mehrere Stunden abgeschaltet werden kann.

verbrauchsanalyse verlauf

Ganzheitliche Energie-Betrachtung

Weiterer Baustein der Coldsense-Lösung: die Integration von Energiezählern, mit denen die EBÄKO ein transparentes Energiemanagementsystem aufbauen und den Energieverbrauch weiter optimieren kann. „Wir werden unsere Arbeitsprozesse überdenken – beispielsweise auch die Türöffnungszeiten unserer Kühlbereiche. Uns war vorher gar nicht bewusst, wie oft und wie lange die Tore tatsächlich offenstehen. Das hat ein enormes Energieeinsparpotenzial sichtbar gemacht, das wir jetzt gezielt angehen können“, erläutert Matthias Bantel.

Ergebnisse der Maßnahmen

ebako kosten

Energiekosten drastisch gesenkt:

Summiert für beide Standorte wurden im Kalenderjahr 2025 in den TK-Lagern 120.786 kWh Energie eingespart. Die Abtaueinsparungen betrugen am Standort Braunschweig 2025 konstant mehr als 60 %; im Oktober 2024 lag die maximale Abtaueinsparungsrate bei ca. 76 %. Durch die Einbindung der PV-Anlage in die Kältesteuerung ab Oktober 2025 konnten 9.301 kWh PV-Überschuss für Abtauung und Kältespeicherung genutzt werden.

Höhere Temperaturstabilität

Dank der intelligenten Steuerung reagiert das Coldsense-System dynamisch auf Temperaturabweichungen und Spitzenlasten im TK-Lager – etwa bei häufigem Öffnen der Kühlraumtüren oder stark schwankender Auslastung. So wird sichergestellt, dass die empfindliche Ware zuverlässig tiefgekühlt bleibt und alle Lieferzusagen auch unter anspruchsvollen Bedingungen eingehalten werden können. „Mit der Coldsense-Lösung konnten wir die Temperaturstabilität um 87 Prozent erhöhen und somit unsere Qualitätssicherung optimieren“, berichtet Heike Hagenstein, die bei der EBÄKO Braunschweig im Gebäudemanagement tätig ist.

Ausblick

Einbindung der LKW-Anlieferung in die Kälteanlagensteuerung

Wenn bei EBÄKO kurz nach Mitternacht mehr als 10 LKW den Warenumschlag in den Lagern auslösen, sollte die Kälteanlage präventiv auf diese logistische Herausforderung reagieren. Hierfür hat Coldsense ein Modul zur bedarfsorientierten Vorkühlung entwickelt: Die Kälteanlage senkt vor Eintreffen der LKW die Temperatur im Kühlbereich, um die Verluste durch Öffnungen der LKW-Portale zu reduzieren und Lastspitzen der Kälteanlage durch simultan andockende LKW zu vermeiden. Das Modul wird am EBÄKO Standort Braunschweig bis Mitte 2026 umgesetzt.

„Wir sind mit der Coldsense-Lösung rundum zufrieden – die Technologie hat maßgeblich zur Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele beigetragen. Ich kann die Zusammenarbeit uneingeschränkt weiterempfehlen.“

Stefan Trapp

Regionalleiter bei der EBÄKO eG